Ratgeber · Stand Oktober 2026
Solarmodule im Angebot vergleichen: Leistung, Wirkungsgrad, Garantien
Solarmodule im Angebot vergleichen: Kilowattpeak, Fläche, Glas-Glas oder Folie, Wirkungsgrad auf dem Datenblatt und der Unterschied zwischen Gewährleistung und Garantie.
Dieselbe Leistung, nicht dieselbe Stückzahl
Zwei Angebote mit zwanzig Modulen können verschiedene Anlagen sein. Die Verbraucherzentrale beschreibt die elektrische Leistung in Kilowattpeak als die maximale Leistung unter standardisierten Laborbedingungen. Diese Zahl macht Module vergleichbar. Die Stückzahl allein tut das nicht, weil Module verschieden viel Watt mitbringen.
Für rund 1 kWp nennt dieselbe Seite etwa fünf bis sieben Quadratmeter Fläche. Der Ertrag schwankt danach mit Einstrahlung, Jahreszeit, Schatten, reflektiertem Licht und Verschmutzung. Die Fläche ist eine Planungsgröße, kein Ertragsversprechen. Stehen auf zwei Angeboten dieselben kWp und sehr verschiedene Dachflächen, frag, welches Modul die Differenz erklärt.
Im Angebot sollen Hersteller, Typ, Stückzahl, Leistung je Modul und die Summe in kWp stehen. Multipliziere Stückzahl und Watt und lege das neben die angegebene Anlagenleistung. Geht die Rechnung nicht auf, ist das eine Rückfrage, bevor du den Preis je kWp vergleichst. Der Preis je kWp steht im eigenen Text. Er sagt nichts über die Modulbauart.
Wirkungsgrad nur vom Datenblatt
Der Wirkungsgrad steht auf dem Datenblatt, nicht als Marktgrenze in den Texten, die dieser Ratgeber zitiert. Er beschreibt, wie viel der standardisierten Einstrahlung das Modul als elektrische Leistung abgibt, und damit, wie eng dieselbe kWp-Zahl auf dem Dach sitzt. Die Spanne von etwa fünf bis sieben Quadratmetern je kWp bei der Verbraucherzentrale ist die Flächenangabe, die dazu passt. Eine Umrechnung dieser Spanne in einen Prozentwert steht dort nicht, und dieser Text rechnet sie nicht um.
Vergleiche den Wirkungsgrad nur zwischen benannten Typen, mit dem Datenblatt daneben, und nur zusammen mit der Leistungstoleranz. Die Garantieseite der Verbraucherzentrale, Stand 5. November 2024, weist darauf hin, dass Module herstellungsbedingt Leistungstoleranzen haben und dass zu prüfen ist, welche Leistung für welchen Zeitraum garantiert wird. Ein höherer Wirkungsgrad ohne diese Angabe ist keine bessere Garantie.
Der Check auf dieser Seite bewertet den Wirkungsgrad nicht. Er liest Typ, Stückzahl und die Garantiejahre, soweit sie im Dokument stehen. Die Prozentzahl fragst du am Datenblatt ab und legst sie neben das zweite Angebot desselben Umfangs.
Glas-Glas oder Folie
Die Rückseite des Moduls ist eine eigene Zeile. Die Checkliste der Verbraucherzentrale NRW, PDF vom Juli 2024, fragt danach: Folie oder Glas. Glas-Glas-Module sind danach in der Regel etwas teurer, meist widerstandsfähiger gegen mechanische Schäden und damit langlebiger.
Die Planungsseite, Stand 26. August 2026, empfiehlt Glas-Glas bei der Planung, weil diese Module in der Regel nicht viel teurer sind als Folienmodule und einen besseren Schutz gegen Hagel bieten. Die beiden Formulierungen setzen verschiedene Schwerpunkte, einmal den Aufpreis, einmal den Hagelschutz. Für das Angebot zählt, was dasteht: Glas oder Folie, und ob der Aufpreis eine eigene Position ist oder im Modulpreis steckt.
Dieselbe kWp-Zahl mit Folie und mit Glas-Glas sind verschiedene Produkte. Ein niedrigerer Preis je kWp kann die Folie sein. Frag, bevor du das günstigere Angebot als dasselbe Dach liest.
Gewährleistung ist nicht die Garantie
Zwei Fristen werden auf Angeboten oft ein Wort. Die Garantieseite der Verbraucherzentrale unterscheidet sie. Die gesetzliche Gewährleistung beträgt je nach Einbausituation zwei oder fünf Jahre. Welche Frist gilt, ist nach dieser Seite rechtlich nicht eindeutig geregelt. Deshalb sollst du vor Ablauf von zwei Jahren prüfen, ob die Anlage die volle Leistung bringt, mängelfrei installiert ist und die versprochenen Erträge liefert. In dieser Frist steht der Verkäufer ein, in der Regel der Betrieb, der installiert hat. Zuerst kannst du Reparatur oder Ersatz verlangen. Transport, Arbeit und Material trägt danach der Verkäufer.
Die Planungsseite formuliert enger und sagt, üblicherweise gelte eine Gewährleistungsfrist von fünf Jahren. Die Seiten sind verschieden alt und verschieden bestimmt. Für dein Angebot fragst du, welche Frist der Betrieb zugrunde legt, statt eine der beiden Stellen zur einzigen zu machen.
Garantien sind freiwillig. Die Garantieseite schreibt, Hersteller gäben für Material- und Verarbeitungsfehler oft Produktgarantien von bis zu zehn Jahren und viele versprächen eine Modulleistung über bis zu 30 Jahre, einzelne über 40 Jahre. Die Planungsseite nennt freiwillige Garantien über 10 bis mehr als 20 Jahre und schreibt, sie nützten wenig, wenn das Unternehmen in Deutschland nicht ansprechbar ist oder die Garantie im Ausland eingefordert werden muss. Die Bedingungen gehören zum Angebot.
Im Kleingedruckten nennt die Garantieseite Stolpersteine, die sie als unzulässig einordnet: einen Ausschluss bei „Nachlässigkeit“, ohne das zu konkretisieren, nur ein bis zwei Wochen Zeit für die Mängelmeldung, eine Klagefrist von sechs Monaten, Gerichtsorte wie Madrid oder New York, und das Abwälzen der Abbau- und Transportkosten auf die Kundschaft. Ob eine Klausel in deinen Unterlagen das tut, beurteilt dieser Text nicht. Lies die Bedingungen und frag den Betrieb.
Erkennt der Check eine bekannte Modullinie und fehlen die Jahreszahlen, setzt er 25 Jahre Leistungsgarantie und 15 Jahre Produktgarantie als Annahme. Als Hinweis zeigt er die 25 Jahre, formuliert als typische Modulgarantie. Das ist keine Herstellerangabe und keine Zahl der Verbraucherzentrale. Deren Spanne für die Produktgarantie liegt oft bei bis zu zehn Jahren, die Leistungsgarantie reicht dort bis 30 und bei einzelnen Herstellern bis 40. Die Annahme gilt nur, bis die Jahreszahl aus dem Garantieblatt im Angebot steht.
Fragen an den Anbieter
Schick die Liste als Rückfrage. Die Antworten gehören ins überarbeitete Angebot, mit Typbezeichnung und dem Garantieblatt.
Der Wechselrichter, an dem die Module hängen, ist eine andere Position. Wie du String, Hybrid und Mikro vergleichst, steht im Text zum Wechselrichter. Montage, Gerüst und Anmeldung stehen in der Checkliste.
- Welcher Hersteller, welcher Typ, wie viele Module, wie viel Watt je Modul, wie viele kWp in der Summe?
- Geht Stückzahl mal Watt in der angegebenen Anlagenleistung auf?
- Welche Dachfläche ist angesetzt, und welcher Wirkungsgrad steht auf dem Datenblatt?
- Ist die Rückseite Folie oder Glas, und ist ein Aufpreis dafür ausgewiesen?
- Welche Leistungstoleranz gilt, und welche Leistung ist nach wie vielen Jahren garantiert?
- Wie viele Jahre Produktgarantie, wie viele Jahre Leistungsgarantie, und wann beginnt die Frist?
- Wer ist der Garantiegeber, mit Anschrift, und wer trägt Abbau und Transport im Garantiefall?
- Ist eine Registrierung beim Hersteller nötig, und wer erledigt sie?
- Welche Gewährleistungsfrist legt der Betrieb zugrunde, zwei oder fünf Jahre?
Häufige Fragen
Ist ein höherer Wirkungsgrad immer das bessere Angebot?
Die vergleichbare Leistung ist die Kilowattpeak-Zahl, also die Spitzenleistung unter standardisierten Laborbedingungen. Der Wirkungsgrad sagt vor allem, wie viel Dachfläche dieselbe Leistung braucht. Die Verbraucherzentrale nennt etwa fünf bis sieben Quadratmeter je kWp. Einen Wirkungsgrad, ab dem ein Modul fair ist, nennt sie dort nicht.
Glas-Glas oder Folie?
Die Planungsseite der Verbraucherzentrale empfiehlt Glas-Glas-Module, weil sie in der Regel nicht viel teurer sind und besser vor Hagel schützen als Folienmodule. Die Checkliste der Verbraucherzentrale NRW vom Juli 2024 sagt, Glas-Glas sei in der Regel etwas teurer, meist widerstandsfähiger gegen mechanische Schäden und damit langlebiger. Die Rückseite soll im Angebot als Folie oder Glas benannt sein.
Sind 25 Jahre auf dem Angebot die gesetzliche Frist?
Nein. Die gesetzliche Gewährleistung ist nach der Garantieseite der Verbraucherzentrale je nach Einbau zwei oder fünf Jahre, und welche Frist gilt, ist dort als rechtlich nicht eindeutig beschrieben. 25 oder 30 Jahre sind freiwillige Leistungsgarantien des Herstellers. Der Check setzt fehlende Jahreszahlen bei bekannten Modullinien nur als gekennzeichnete Annahme.
Quellen
- Verbraucherzentrale: Planung einer Solaranlage — Stand 26. August 2026. kWp als Vergleichsgröße unter standardisierten Bedingungen, etwa fünf bis sieben Quadratmeter je kWp, Glas-Glas und Hagel, Garantiebedingungen mit dem Angebot aushändigen lassen.
- Verbraucherzentrale: Garantie- und Versicherungsbedingungen — Stand 5. November 2024. Gesetzliche Gewährleistung je nach Einbau zwei oder fünf Jahre, Produktgarantie oft bis zehn Jahre, Leistungsgarantie bis 30 Jahre, einzelne Hersteller 40 Jahre. Schriftliche Bedingungen, Beginn, Kosten im Garantiefall.
- Verbraucherzentrale NRW: Checkliste Photovoltaik-Angebote (PDF) — PDF, Juli 2024. Modulrückseite Folie oder Glas. Glas-Glas-Module in der Regel etwas teurer, meist widerstandsfähiger gegen mechanische Schäden und damit langlebiger.
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