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Ratgeber · Stand Oktober 2026

Notstrom oder Ersatzstrom im PV-Angebot

Notstrom oder Ersatzstrom im PV-Angebot: Steckdose, Hausnetz, Umschaltung und welches Zusatzgerät im Preis stehen muss.

Eine normale Anlage schaltet mit dem Netz ab

Viele erwarten, dass das Dach bei einem Stromausfall weiterliefert. Die Verbraucherzentrale Bayern schreibt in einer Pressemitteilung vom 22. Juli 2026, dass das in den meisten Fällen nicht zutrifft. Standardanlagen sind mit dem öffentlichen Netz verbunden und schalten ab, wenn das Netz ausfällt. Wer weiterversorgt werden will, braucht eine dafür ausgelegte Anlage: Photovoltaik, einen Wechselrichter, der ohne das öffentliche Netz arbeitet, gegebenenfalls eine Umschalteinrichtung und möglichst einen Speicher.

Dieselbe Meldung setzt die Reichweite der Idee. Vollständig unabhängig vom Netz sind nur wenige Haushalte, weil die Erzeugung über den Tag und das Jahr schwankt. Die Bundesnetzagentur hat am 9. Oktober 2025 die Zahlen für 2024 veröffentlicht. Der SAIDI EnWG lag bei 11,7 Minuten je Letztverbraucher, 2023 bei 12,8 Minuten. Die Kennzahl mittelt ungeplante Unterbrechungen und lässt Ereignisse höherer Gewalt außen vor. Geplante Arbeiten stecken darin nicht. Sie beschreibt ein Bundesmittel, keine Straße und keinen mehrtägigen Ausfall.

Lies die Funktion deshalb als konkreten Posten im Angebot. Welchen Komfort du bei einem Ausfall willst, und welches Gerät ihn herstellt, steht in den Zeilen darunter. Der Bundesmittelwert ersetzt diese Zeilen nicht.

Steckdose, Hausnetz, unterbrechungsfrei

Die Verbraucherzentrale unterscheidet auf der Speicherseite, Stand 2. Juli 2026, eine Spanne von der Notstromsteckdose bis zum automatischen Umschalten auf Ersatzstrom, bei dem die Geräte im Haushalt weiterversorgt werden. An der Steckdose am Speicher oder Wechselrichter laufen einzelne Geräte. Beim Ersatzstrom wird der Strom ins Hausnetz eingespeist. Die Geräte laufen weiter, solange Photovoltaik oder Speicher genug hergeben.

Die Pressemitteilung vom 22. Juli 2026 formuliert denselben Unterschied und ergänzt zwei Einordnungen. Eine Backup-Steckdose reiche etwa für Beleuchtung oder das Laden mobiler Geräte. Bei vielen modernen Anlagen gehöre sie inzwischen zur Standardausstattung. Ersatzstrom für größere Teile des Haushalts brauche Umschalttechnik, und damit sei zu rechnen, dass Mehrkosten anfallen.

Älter und enger ist die Checkliste vom Juli 2024: Not- und Ersatzstrom seien keine Standardfunktion, der Umfang reiche von der Steckdose am Speicher bis zum automatischen Betrieb des gesamten Haushalts, und die Funktion sei häufig nur gegen Aufpreis zu haben. Die Speicherseite vom 2. Juli 2026 sagt ebenfalls, die Funktionen gebe es oft nur gegen Aufpreis. Für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung sei der Aufpreis höher, und bei manchen Anbietern sei die Funktion nicht verfügbar. Die Texte setzen verschiedene Schwerpunkte. Für dein Angebot zählt eine Auskunft: welche Funktion enthalten ist, in welchem Umfang, zu welchem Preis.

Funktionen, wie sie die Verbraucherzentrale beschreibt. Stand der Speicherseite 2. Juli 2026, Pressemitteilung Bayern 22. Juli 2026.
Standardanlageschaltet bei Netzausfall ab
Notstromsteckdoseeinzelne Geräte, begrenzte Leistung
ErsatzstromHausnetz, nur bis zur Wechselrichterleistung
Unterbrechungsfreie Umschaltungkürzere Unterbrechung, höherer Aufpreis

Die Leistung des Wechselrichters bleibt die Grenze

Auch im Ersatzstrombetrieb steht nicht mehr Leistung bereit, als der Wechselrichter hergibt. Die Verbraucherzentrale nennt Herd, Backofen, Toaster und Föhn als Beispiele, deren gleichzeitiger Betrieb an diese Grenze stößt. Der Betrieb von Durchlauferhitzern sei meist nicht möglich. Das Laden eines Elektroautos solle gestoppt oder auf geringe Leistung reduziert werden. Liefert die Photovoltaikanlage nicht mehr genug und ist der Speicher leer, bricht die Versorgung zusammen.

Ein größerer Speicher verlängert die Zeit bis zu diesem Punkt. Er hebt die Leistungsgrenze des Wechselrichters nicht. Die Umschaltung auf Ersatzstrom kann als unterbrechungsfreie Stromversorgung ausgeführt sein. Dann erfolgt sie so schnell, dass zum Beispiel Computer oder mit dem Netz verbundene Uhren weiterlaufen. Frag, bevor die Zeile „Notstrom“ im Angebot stehen bleibt: Steckdose, ein Stromkreis oder das Haus? Manuell, automatisch oder unterbrechungsfrei? Welche Leistung in Kilowatt gilt im Ersatzstrombetrieb, getrennt von der Leistung im Normalbetrieb?

Welches Zusatzgerät der Preis enthält

Die Stromspeicher-Inspektion 2026 der HTW Berlin stellt Ersatzstromangaben der betrachteten Systeme nebeneinander. Die Tabelle beruht auf öffentlich zugänglichen Unterlagen und Herstellerangaben, vereinzelt auf Rückmeldungen der Hersteller. Sie ist kein einheitlicher Labortest aller Notstromfunktionen. Die ausgewiesene maximale AC-Leistung im Ersatzstrombetrieb reicht dort von 4,6 bis 12,5 kW. Bei mehreren Systemen sind weitere Komponenten nötig, etwa ein Netztrennschalter oder ein Backup-Switch. Manche Systeme haben zusätzlich eine Notstromsteckdose für ausgewählte Verbraucher.

Damit wird die Zeile im Angebot konkret. „Ersatzstromfähig“ auf einem Datenblatt kann ein zweites Gerät meinen, das in der Summe fehlt. Frag, welches Zusatzteil die Funktion herstellt, ob es mit eigenem Preis im Angebot steht, und welche Leistung danach verfügbar ist. Die Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Bayern ergänzt: Nicht jede Anlage kann bei einem Ausfall selbständig wieder starten oder das Haus unabhängig vom Netz versorgen. Wer die Funktion will, soll sie in der Planung festlegen oder prüfen lassen, ob ein Nachrüsten möglich ist.

Der Wechselrichter, an dem diese Funktion hängt, ist dieselbe Position wie im Text zu String, Hybrid und Mikro. Eine Notstromsteckdose und ein ersatzstromfähiges Hausnetz sind verschiedene Ausstattungen desselben Geräts oder eines Zusatzgeräts. Beide Angebote brauchen dieselbe Angabe, sonst vergleichst du eine Steckdose mit einer Hausversorgung.

Speichergröße und der Aufpreis

Eine höhere Batteriekapazität ist nach der Verbraucherzentrale sinnvoll, wenn der Speicher Not- oder Ersatzstrom bieten soll. Dieselbe Seite hält eine saisonale Speicherung, also Sommerstrom für den Winter, auch mit einem sehr großen Speicher für nicht umsetzbar. Mehr Kilowattstunden verlängern einen Ausfall um Stunden, sie machen das Haus nicht zum netzfreien Winterhaus.

Die Checkliste erlaubt mehr Kapazität als die grobe Linie von etwa 1 kWh je 1.000 kWh Jahresverbrauch, wenn der Verbrauch steigt oder eine Sonderfunktion wie Notstrom dazukommt. Eine Zahl, um wie viel mehr, nennt sie nicht. Frag den Betrieb: Welche Verbraucher sollen wie lange laufen, und welche Kapazität bleibt dafür reserviert, statt im Alltag entladen zu werden?

Speicher mit Not- oder Ersatzstrom sind nach der Verbraucherzentrale meist teurer. Der Speicherpreis soll trotzdem einzeln erkennbar sein. Finanztip hält einen Speicher oberhalb von 600 Euro je kWh in der eigenen Rechnung für selten wirtschaftlich. Liegt der Aufpreis für die Notstromfunktion in derselben Zeile wie die Kapazität, lass dir den Preis ohne diese Funktion nennen. Sonst vergleichst du einen Speicher mit einer Ausstattung, die das andere Angebot nicht hat. Der Check auf dieser Seite bewertet Speichergröße und Speicherpreis je kWh nach seinen Regeln. Die Notstromfunktion fragst du beim Betrieb nach, Zeile für Zeile.

Fragen an den Anbieter

Schick die Liste als Rückfrage zum konkreten Angebot. Die Antworten gehören in die überarbeitete Fassung, mit Preis und Typbezeichnung.

  • Schaltet die angebotene Anlage bei Netzausfall ab, oder versorgt sie etwas weiter?
  • Ist es eine Steckdose, ein einzelner Stromkreis oder das Hausnetz?
  • Ist die Umschaltung manuell, automatisch oder unterbrechungsfrei, und welche Geräte laufen ohne Pause weiter?
  • Welche AC-Leistung in Kilowatt gilt im Ersatzstrombetrieb?
  • Welches Zusatzgerät ist nötig, und steht es mit Preis im Angebot?
  • Was kostet dasselbe Angebot ohne diese Funktion?
  • Welche Kapazität ist dafür vorgesehen, und bleibt ein Teil im Alltag reserviert?
  • Lädt die Anlage den Speicher bei Sonne auch während des Ausfalls nach, oder kommt der Strom nur aus dem bereits gefüllten Speicher?

Häufige Fragen

Läuft der Haushalt bei einem Stromausfall automatisch weiter?

Bei einer Standardanlage nein. Die Verbraucherzentrale Bayern schreibt am 22. Juli 2026, dass solche Anlagen am öffentlichen Netz hängen und bei einem Ausfall abschalten. Weiterversorgung braucht einen Wechselrichter, der ohne Netz arbeitet, und in der Regel eine Umschaltung. Ein Speicher verlängert die Zeit, er ersetzt diese Funktion nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Notstrom und Ersatzstrom?

Notstrom meint hier die begrenzte Versorgung einzelner Geräte, oft über eine eigene Steckdose. Ersatzstrom speist ins Hausnetz, automatisch und nur bis zur Leistung des Wechselrichters. So beschreibt es die Verbraucherzentrale mit Stand Juli 2026. In Angeboten stehen die Wörter oft vermischt. Es zählt die beschriebene Funktion.

Sagt die durchschnittliche Ausfalldauer, ob sich Ersatzstrom lohnt?

Die Bundesnetzagentur nennt für 2024 im Mittel 11,7 Minuten ungeplante Unterbrechung je Letztverbraucher, ohne höhere Gewalt. Das ist ein Bundesmittel, kein Wert für dein Haus und kein Preisargument. Die Frage bleibt, welche Geräte du bei einem Ausfall weiterbetreiben willst und was diese Zeile im Angebot kostet.

Quellen

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